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Die Cloud im Jahr 2018 und darüber hinaus: Ein Gespräch mit Kevin Reid, President und CTO bei Virtustream


in Unternehmen, Sicherheit, Cloud, Technologie

Von: Lisa Desmond, CMO, Virtustream 

Allen Anzeichen nach verspricht 2018 ein entscheidendes Jahr für die Cloud zu werden. Mit der Zunahme von Cloudpartnerschaften, den rasanten Fortschritten in den Bereichen Edge Computing, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen und vielen anderen wichtigen Cloudtechnologien erleben wir derzeit den Beginn einer neuen Multi-Cloud- und unternehmensfreundlichen Ära.

Unter Verwendung der Prognosen von Forrester für das Cloud Computing 2018 hat sich Kevin Reid, President und CTO von Virtustream, kürzlich mit Lauren Nelson, Principle Analyst für Cloudinfrastruktur und -nutzung bei Forrester, zusammengesetzt, um über die neuesten Entwicklungen in der Cloudtechnologie, die Einführung in Unternehmen und die Zukunftsaussichten zu sprechen. Klicken Sie hier, um das gesamte Gespräch auf Video anzusehen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

Der Käufer-IQ ist höher als je zuvor

Als Virtustream 2009 gegründet wurde, betrug der Gesamtmarkt für Cloudtechnologie und -dienste lediglich 60 Milliarden USD. Heute liegt er annähernd bei 260 Milliarden USD – und bis 2020 sind es voraussichtlich mehr als 400 Milliarden USD. Das ist eine erstaunliche Steigerung von 500 % in etwas über zehn Jahren.

Wie die Daten zeigen, ist das Bewusstsein der Käufer für Clouddienste höher denn je. Reid nennt dies „Käufer-IQ“, der sich in den letzten drei Jahren deutlich verbessert habe, vor allem bei der Überwindung von Missverständnissen hinsichtlich der Sicherheit und der Eintrittshürden für die Cloud.

„Vor sechs oder sieben Jahren haben wir den Markt vorangetrieben und gesagt: Das ist es, was Sie unserer Meinung nach benötigen“, so Reid. „Jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir uns zurücklehnen und sagen können: Sehr geehrte Kunden, sagt uns, was ihr benötigt.“

Nelson weist darauf hin, dass „wir vor zwei oder drei Jahren erst über die Grundlagen der Wirtschaftlichkeit der Cloud sprachen und versuchten, diese Konzepte zu verstehen“. Sie warf ein interessantes Licht auf die Entwicklung der Cloud, indem sie von den beliebten Metaphern erzählte, die früher zur Beschreibung der Cloud verwendet wurden, z. B. dass Cloudanbieter „Hotels“ für Daten seien.

Neues Leben für die Private Cloud

Im Juli 2017 kündigte Microsoft die Einführung von Azure Stack an, einer Hybrid-Cloud-Plattform, mit der Unternehmen die Azure Public Cloud in ihrem eigenen Rechenzentrum betreiben können. Diese Ankündigung war von enormer Bedeutung: Damit konnten Unternehmen erstmals die Erfahrung und Funktionalität eines großen Public-Cloud-Anbieters nutzen – aber vor Ort und ohne die strengen Sicherheits- und Compliancevorschriften ihrer Branche in der Public Cloud erfüllen zu müssen.

Laut Reid war diese Art von Produkt unvermeidlich. Virtustream wusste seit Jahren um die wachsende Nachfrage nach Public-Cloud-Erfahrungen vor Ort, sagte er. Wie Reid weiter feststellt, hat diese Lösung jedoch immer noch einen Nachteil: Die Benutzer sind gezwungen, eine unglaublich komplizierte Infrastruktur zu betreiben, damit sie funktioniert – und zwar in Eigenregie. Nachdem er über die Jahre mit unzähligen Kunden gesprochen hat, macht sich Reid keine Sorgen um die Konkurrenz – er weiß, was die Kunden wollen.

Cloudnativ bei erfolgskritischen Anwendungen ist der Anfang

Obwohl native Cloudanwendungen jetzt in Clouds der Enterprise-Klasse ausgeführt werden, ist Reid der Ansicht, dass wir erst am Anfang der Entwicklungsmöglichkeiten in Enterprise-Cloudumgebungen stehen. Seiner Meinung nach erkennen Unternehmen jetzt, dass cloudnativ tatsächlich eher eine Denkweise ist, wie man an die Erstellung von Anwendungen herangeht, nicht ein Mittel zum Zweck.

Unternehmen konzentrieren sich zunehmend auf die Entwicklung nativer Cloudanwendungen, die nicht nur auf hohe Benutzerzahlen ausgelegt sind, sondern auch traditionelle Unternehmensanforderungen berücksichtigen, z. B. eine zustandslose Infrastruktur, die Anwendungen auf einen Schlag aktualisieren kann.

Unternehmen haben „ihre eigenen Entwicklungsstrategien verschoben“, erläutert er, und als Folge davon „gibt es immer mehr Anwendungen, die man lokal entwickeln und betreiben kann und die keinen enormen Rechenaufwand erfordern“. Unternehmen erkennen, dass es ihnen die Arbeit sehr erleichtern würde, „wenn sie tatsächlich einige dieser Apps cloudnativ entwickeln würden“.

Nelson fügte hinzu, dass viele Unternehmen jetzt beginnen, ihre Enterprise-Architekturen mit einer einfachen Überlegung zu erstellen: „Wie betrachte ich dies als Plattform, die mir die Arbeit erleichtert, wenn ich ein Upgrade durchführen muss?“

Der Aufstieg von branchenspezifischen Clouds

Für Reid wächst die Cloud weiterhin auf zwei getrennten Ebenen: eine gemäß der aktuellen Entwicklung (d. h. Geschäftsfunktionen, die sich über mehrere Clouds erstrecken), während die andere vertikale, spezifische Clouds umfasst.

Wie er erklärt, fallen bei Kunden in stark regulierten Branchen viele Audits und anderweitige Kontrollen an. Dabei ist es äußerst wichtig, den Überblick über die Daten zu behalten und alle Vorschriften einzuhalten. „Wenn ich ein Gesundheitsunternehmen bin, gibt es bestimmte Dinge, die ich belegen muss“, so Reid. „Es reicht nicht zu sagen, dass mein wichtigstes elektronisches Gesundheitssystem oder mein EMR-System auf einer HIPAA-konformen Cloud ausgeführt wird. Ich muss all diese Kontrollpunkte erfassen und Artefakte erstellen.“

Für Kunden in hochgradig regulierten Branchen sei es demnach von entscheidender Bedeutung, eine Cloud zu finden, die sich nicht nur durch schnelles Wachstum, sondern auch durch Sicherheit und Compliance auszeichnet. Das bedeutet, dass sie über eine Infrastruktur verfügen, in der sie „immer dann, wenn sie ein Audit auf Anfrage durchführen oder die Einhaltung von Compliance auf Anfrage nachweisen müssen, dies auch tatsächlich tun können“.

Multi-Cloud und Hybrid ist die Zukunft

Im Zuge der fortschreitenden digitalen Transformation glaubt Reid, dass die Zukunft der Cloud sowohl Multi-Cloud als auch Hybrid Cloud sein wird. Das ist eher eine Notwendigkeit als eine freie Wahl. Schließlich gibt es keine Universallösung für die Cloud und Unternehmen müssen mit den bestehenden Datensatzsystemen und den branchenspezifischen Compliancevorschriften arbeiten.

Die Herangehensweise jedes Unternehmens an die Cloud ist unterschiedlich, aber das Ziel bleibt immer das gleiche: eine digitale Transformation, die auf sie zugeschnitten ist.

 

Quelle: Predictions 2018: Cloud Computing Accelerates Enterprise Transformation Everywhere, Forrester Research, Inc, 7. Nov. 2017